Archiv für April 2010

Bericht: Mit dem Fahrrad auf den Spuren ehemaliger Zwangsarbeiter_innen

Fahrradtour durch Eberswalde erinnert an die Außenstellen des KZ Ravensbrück in Eberswalde

Eberswalde – Am Sonntag gedachten junge Menschen mit einer Fahrradtour den ehemaligen Häftlingen und Zwangsarbeiter_innen des KZ, seiner Außenstellen und Fabriken. Ein Vertreter des „Geschichtswissenschaftlichen Instituts Eberswalde“ (GWI) führte die Gruppe zu mehreren historischen Orten und benannte Zahlen von Opfern, Namen von Überlebenden, aber auch die Namen der Täter, die nahezu unbehelligt nach 1945 weiterlebten. Das GWI arbeitet seit Jahren an der Aufarbeitung der NS-Geschichte im Raum Eberswalde. Im Zeitraum von 1939 bis 1945 waren mehr als 20 000 Zwangsarbeiter_innen in Eberswalde und Umgebung beschäftigt.

Wichtige Stationen der Tour waren die verschiedenen Arbeitslager und Wohnbaracken, die sich durch die gesamte Stadt verteilten, so z.b. das Ostarbeiterlager am Mäckersee, das Gemeinschaftslager in der Wolfswinkler Straße sowie das Ostlager in der Angermünder Straße. Unter den Insassen befanden sich vor allem belgische, französische, polnische, holländische und tschechische Frauen und Männer. Die Zwangsarbeiter_innen waren u.a. in Betrieben wie der „Firma Seiffert & Co“, den Märkischen Stahlformwerk, den Ardeltwerken, der Brodt´schen Filzfabrik sowie der Munitionsfabrik der „Finow Industrie GmbH“ beschäftigt. Letztere war direkt angegliedert an das Außenlager des KZ Ravensbrück, der sogenannten „Eisenspalterei“.

Für Ortsunkundige und vermutlich für den Großteil der Eberswalder und Eberswalderinnen, ist die Geschichte der Stadt und der Umgebung unbekannt Keine bis kaum Überreste und auch keinerlei Gedenktafeln erinnern heute an die Grauen der NS- Zeit. Allein zwei Baracken der „Eisenspalterei“, die dem Konzentrationslager angehörten, stehen noch heute. Eine Gedenktafel wurde allerdings erst 2009, an die heute als Jugendclub „Exil“ genutzten Baracken angebracht.

Am 29. April 1945 wurde Eberswalde nach langen Kämpfen durch die Rote Armee befreit.

Die Fahrradtour fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „65. Jahrestag der Befreiung von der deutschen Barbarei“ statt. Mit verschiedenen Veranstaltungen soll an die Verbrechen der Nazis sowie an die Befreiung durch die Alliierten erinnert werden.

Informationen zu den historischen Orten in Eberswalde und Umgebung sind beim GWI zu erfahren.

Bericht: An die Befreiung erinnert

Transpi-Aktion zum 65. Jahrestag der Befreiung Bernaus

Transparente am Bernauer Bahnhof erinnern heute an die Befreiung der Stadt Bernau am 20./21. April 1945. Zu lesen ist auf diesen „Befreiung der Stadt Bernau vor 65 Jahren. Danke – Rote Armee“, „Deutsche Täter sind keine Opfer! 20./21.April 45 Befreiung Bernaus“ sowie „Gegen Nazis und Rassisten, auch 65 Jahre nach der Befreiung“.

Die Rote Armee hatte am 20./21. April 1945 unter Führung des Kommandanten Leonid S. Daniljuk die Stadt Bernau auf ihrem Weg nach Berlin eingenommen. Nur wenige Tage später kapituliert das „Deutsche Reich“ bzw. das was noch vom ihm übrig war. Die Kapitulation Nazi-Deutschlands am 8. Mai 1945 steht für die Befreiung vieler KZ- Häftlinge, Zwangsarbeiter und Verfolgter des Nazi-Regimes. Mit dem „Tag der Befreiung“ enden 12 Jahre einzigartiger – deutscher– Grausamkeit.

Die Erinnerung wach zu halten und auf Nazismus, Rassismus und ebenso Geschichtsrevisionismus aufmerksam zu machen um ihnen entschlossen entgegenzutreten, ist unsere Aufgabe, auch 65 Jahre nach der Befreiung!

Wir danken der Roten Armee für die Befreiung Bernaus sowie den Alliierten Streitkräften für die Zerschlagung Nazi-Deutschlands.