Archiv für Mai 2010

Blockade erfolgreich – Naziaufmarsch in Bernau verhindert!

Über 500 Menschen beteiligten sich am gestrigen Samtag an Sitzblockaden gegen den Naziaufmarsch der KMOB. Durch die Vielzahl von entschlossenen und lautstarken Demonstrant_innen, konnte die Polizei die Blockade am Bahnhofsvorplatz nicht räumen. Die 92 Nazis, die sich am Busbahnhof sammelten, konnte nicht marschieren und wurden nach ca. 2 Stunden warten wieder nach Hause geschickt. Neben den vielen Blockierenden gab es im Bereich des Bahnhofs viele hunderte Menschen die den Protest unterstützten. Erste Bilder der Blockade und der Nazis gibt es unter folgenden Links: pm_cheung und boeseraltermann bei flickr.

Berichte auf www.brandenburg-nazifrei.de: hier und indymedia.org: hier.



Nazis stehen sich zwei Stunden die Beine in den Bauch und dürfen nach Hause ohne einen Meter durch Bernau marschiert zu sein:

Brandenburg Nazifrei – 29. Mai in Bernau: Nazis stoppen!

Ein Bündnis aus lokalen Vereinen und landesweiten Verbänden, antifaschistischen Gruppen, Parteien, Gewerkschaften, jugend- und Studierenden- initiativen, Kirchengemeinden und vielen weiteren engagierten Antifaschistinnen und Antifaschisten, mobilisiert gegen die Aufmärsche der neonazistischen “Kameradschaft Märkisch Oder Barnim” (KMOB). Ab dem 29. Mai will die KMOB jedes Wochenende im Barnim und Märkisch – Oderland demonstrieren. Unter dem Motto “Kein Ort für rechte Propaganda” will sich das Bündnis den Nazis offensiv entgegenstellen.

“Erst vor wenigen Tagen, am 1. Mai, zeigten viele engagierte Berlinerinnen und Berliner, wie erfolgreich organisierte Massenblockaden funktionieren können. Wir sind nicht Berlin, aber wir wollen den Nazis entschlossen zeigen, dass auch wir keinen Ort für ihre rechte Propaganda haben”, so Pressesprecherin Sarah Bernhardt. “Dabei setzten wir auf vielfältige Aktionen – und unterstützen uns sowohl bei Straßenfesten, Musikperformance, Demonstrationen, Sitzblockaden sowie anderen
kreativen Formen des zivilen Ungehorsams”.

Gemeinsam will sich das Bündnis “Brandenburg Nazifrei” den Nazis in allen Orten entgegenstellen und ruft alle demokratischen Bürgerinnen und Bürger auf, gemeinsam in Bernau, Eberswalde, Bad Freienwalde, Strausberg, Joachimsthal, Biesenthal und Manschnow auf die Straße zu gehen. Dabei stützt sich die Arbeit des Bündnis auf den Konsens, wie er im Aufruf heißt: “Wir sind bunt und wir stellen uns den Nazis in den Weg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, die Naziaufmärsche verhindern zu wollen!”

Den vollständigen Aufruf, die Liste der Unterzeichner_innen und aktuelle Information gibt´s unter:
www.brandenburg-nazifrei.de

Der 29. Mai ist der Auftakt des Nazi-Demo-Marathons. Für uns heißt es ganz klar: NAZIS stoppen!
Wir rufen daher auf am 29. Mai den Nazis die Straße zu nehmen!

NAZIS STOPPEN: Bernau 29. Mai – 10. 00 Uhr Bahnhof Bernau

Bernau – 300 Menschen erinnern an „Tag der Befreiung“

Kundgebung am Sowjetischen Ehrenmal Am 8. Mai fand das jährliche Gedenken an den „Tag der Befreiung“ statt. Der Tag steht für die Kapitulation Nazi-Deutschlands und das Ende des Gewaltherrschaft der Nazis in Europa. Etwa 300 Menschen beteiligten sich an der Veranstaltung, die in drei Stationen geteilt war:

Am Sowjetischen Ehrenmal gedachten die Anwesenden den Gefallen der Roten Armee, die im Kampf um die Befreiung von vielen tausenden Gefangenen, Verfolgten und Unterdrückten ihr Leben ließen. Wie bereits 2009 legte auch ein Vertreter der russischen Botschaft am Ehrenmal ein Kranz nieder, um die toten Soldaten zu ehren. Der deutsch-russische Chor Kalinka, 2009 ausgezeichnet mit dem Barnimer Kulturpreis, sorgte für die musikalische Begleitung der Veranstaltung. Neben dem russischen Militärattaché Rafael Y. Arutyunyan, redet auch Dagmar Enkelmann (MdB DIE LINKE): Sie forderte, dass der 8. Mai als offizieller Feiertag in Deutschland begangen werden solle. Ein Versuch der seit Jahren auf Bundesebene von CDU/ CSU blockiert wird.

An der zweiten Station, am Deserteurdenkmal auf der gegenüberliegenden Straßenseite, forderten Vertreter_innen der evangelischen Jugendarbeit und dem Bernauer Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit in verschiedenen Beiträgen: „Sag Nein! zu Krieg und Gewalt“. „Nie wieder Faschismus, Nie wieder Krieg!“, mahnte eine der Mitwirkenden. Auch hier wurden Blumen niedergelegt für die vielen Toten, die durch Nazi-Gewalt und Krieg ihr Leben ließen.
Kundgebung am Deserteurdenkmal

Als Abschluss fand auf dem Bernauer Marktplatz ein Festessen statt. Organisiert wurde dies von der Linksjugend [´solid], der Antifaschistischen Aktion Bernau und dem Jugendtreff DOSTO. „Wir wollen an dem Tag den Millionen Menschen gedenken, die durch die Kriegs-, Besatzung- und Vernichtungspolitik der Nazis gefoltert wurden, unter Zwangsarbeit litten und ihr Leben verloren haben. Gleichzeitig stellt dieser Tag für Millionen von Verfolgten und Opfern – ob KZ-Häftlinge, Widerstandkämpfer_innen, Zwangsarbeiter_innen und andere „Feinde“ – die Befreiung von der Barbarei der Nazis und ihrer Unterstützer dar.“ hieß es im Aufruf.

Auch 65. Jahren nach der Befreiung vom Nationalsozialismus, sind Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus offen und latent in der Gesellschaft verbreitet.“ heißt es weiter.

In diesem Sinne ruft das Bündnis “Niemand ist vergessen!” für dem 23. Mai zur Gedenkdemonstration nach Berlin- Buch (nahe Bernau) aus. Anlass ist der 10. Todestag von Dieter Eich, der am 25. Mai 2000 von Nazis ermordet wurde.