Archiv für Juli 2010

Schneller als gedacht – KMOB löst sich selber auf

Nach den gestrigen Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern und Sympathisanten der Kameradschaft Märkisch Oder Barnim (KMOB) in Märkisch Oderland, Barnim, Oder-Spree und Frankfurt Oder, befürchteten die Aktivisten offenbar ein Verbot ihrer Organisation. In einigen Presseberichten wurde dies angedeutet. Um dem Verbot zuvor zu kommen, verkündete die KMOB heute ihre Auflösung. Ähnlich agierte der Märkisch Heimatschutz (MHS) im Jahr 2006: Die Kameradschaft hatte sich auf Grund eines drohenden Verbots selbst für aufgelöst erklärt.

Im gleichen Atemzug verkündete die KMOB, das Verwenden ihres Logos und ihre Kleidung sei anderen untersagt. “Wer trotz dieser ausdrücklichen Warnung zuwider handelt, muss von uns als Spalter oder VS angesehen werden, der unsere Bewegung weiter schädigen will.”, mahnten die Kameraden in ihre Auflösungerklärung.

Für ihren Demonstrations-Marathon, den sie am 10. Juli offiziell beenden wollten, bedeutet dies nun einen vorzeitigen Abbruch. Sie kündigten an, die angemeldete Demonstration in Manschnow abzumelden.

Unabhängig eines realen Verbots hatte sich die Kameradschaft in den vergangenen Wochen selbst ins Abseits katapultiert. Von ihrem 7 angekündigten Demonstrationen fand nur eine real statt. In Bernau, Eberswalde und Strausberg hatte das Bündnis Brandenburg Nazifrei die Naziaufmärsche durch Blockaden verhindert. In Joachimsthal und Biesenthal sagte die KMOB frühzeitig ab, offenbar völlig überfordert. Auch in der Kameradschaftszene sinkt die Unterstützung nach und nach. Mangelnde Organisierungsfähigkeit, fehlende Inhalte und reiner Aktionismus hatten maßgeblich zum Scheitern ihrer Aktionen und der Kamerschaft selbst beigetragen.

KMOB das war´s

Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern und Symphatisanten der Kameradschaft Märkisch Oder Barnim (KMOB) am vergangen Freitag. Nun soll die KMOB verboten werden.

[Brandenburg Nazifrei] Am heutigen Freitagmorgen wurden 23 Immobilien in den Landkreisen Märkisch-Oderland, Oder-Spree und der Stadt Frankfurt (Oder) von Polizeibeamten durchsucht. Nach Informationen von RBB-Online wird gegen die “KMOB” wegen verfassungsfeindlichen Bestrebungen ermittelt.

Auf ihrer Homepage hatte die “KMOB” in der Vergangenheit immer wieder zur Gewalt gegen Menschen aufgerufen. Im Juni 2008 brannte ein Mitglied der Nazigruppe den alternativen Jugendclub “Maquis” in Bad Freienwalde ab.

Es gibt Vermutungen, dass die Hausdurchsuchungen Vorbote eines Verbots der “KMOB” sind. Laut Angaben des Tagesspiegel gebe es für den Brandenburger Innenminister Anzeichen, dass sich die KMOB “gegen die verfassungsmäßige Ordnung und gegen die Gedanken der Völkerverständigung richtet“.

Nach Informationen des Internetportals Gegenrede.info löste sich die der “KMOB” nahestehende Kameradschaft “FNUM (Freie Nationalisten Uckermark)” nach den heutigen Hausdurchsuchungen kurzfristig auf. Die Gruppe war bei den vorangegangenen Aufmärschen der “KMOB” ebenso anwesend, wie Mitglieder der verbotenen Kameradschaft “Frontbann 24″ aus Berlin.

Diese für Mai bis Juli 2010 angekündigte Reihe von Demonstrationen, stiess auf entschlossenen Widerstand in den betroffenen Städten. Im Bündnis Brandenburg Nazifrei organisieren sich seither lokale Vereine und landesweite Verbände, antifaschistische Gruppen, Parteien, Gewerkschaften, Jugend- und Studierendeninitiativen, Kirchengemeinden und viele weitere engagierte Antifaschistinnen und Antifaschisten. Gemeinsam haben wir die Naziaufmärsche in Bernau, Eberswalde und Strausberg verhindert. Auch dem Aufmarsch in Bad Freienwalde haben sich mehrere hundert Menschen offensiv entgegen gestellt.

Ob die heutigen Hausdurchsuchungen Auswirkungen auf den geplanten Aufmarsch am 10. Juli in Manschnow haben werden, wird sich wohl in den nächsten Tagen abzeichnen.