Archiv für Juni 2011

Aktionsbericht zu unserer Bildungsstreik-Aktion im Sommer 2009

Besetzungen & Bildungsstreik in Eberswalde (19.06.2009)

Anlässlich des bundesweiten Bildungsstreikes gingen am Mittwoch 500 Schüler und Studenten bei einer Demo auf die Straße, die am Ende sogar noch kurz besetzt wurde. Die Proteste wurden am Donnerstag mittels Straßentheater vor den Banken fortgesetzt.

Der erste Bildungsstreik in Eberswalde war ein voller Erfolg. Mit 500 Teilnehmern zogen überwiegend Schüler, Azubis und Studenten durch die Kleinstadt und demonstrierten für ein besseres Bildungssystem.
Nach einer kraftvollen Auftaktkundgebung um 12.15 Uhr am Markt zog der Demozug durch Eberswalde an zwei Oberschulen vorbei, wo sich dann spontan noch Schüler anschlossen. Die Demo verlief fröhlich und konzentriert durch die Innenstadt und an der Seite stehende Passanten wurden mit dem bundesweiten Streikflyer über die Forderungen der SchülerInnen und StudentInnen informiert.
Die SchülerInnen forderten mehr Lehrkräfte, weniger Frontalunterricht und kleinere Klassen. Also dem bundesweiten Motto folgend: Geld für Bildung statt für Banken.
Kundgebung auf dem Markt
Gefordert wurde von den StudentInnen unter anderem die Abschaffung der strikten Anwesenheitspflicht in den Vorlesungen und Seminaren sowie ein erleichterter Zugang für alle zu den Bachelor- und Masterstudiengängen.
Die Demo dauerte anderthalb Stunden. Während der Abschlußkundgebung auf dem Markt wurde dazu aufgerufen, engagierter am politischen und sozialem Leben teilzunehmen.
Als die Veranstaltung offiziell für beendet erklärt wurde, bildete sich spontan für einige Minuten eine Sitzblockade auf der Hauptstraßenkreuzung, die aber leider von der Polizei bald aufgelöst wurde. Dabei gab es ungerechtfertigter Weise zwei Festnahmen; die Festgenommenen wollten gerade, wie die restlichen Beteiligten, die Kreuzung räumen. Es kam zu einer kurzen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Daraufhin zogen ein paar Leute vor das Polizeipräsidium um die Ecke und warteten dort auf die Freilassung der Gefangenen, indem Parolen gerufen wurden und kurzzeitig die Polizeieinfahrt blockiert wurde. Nach einiger Zeit wurden die beiden Gefangenen wieder frei gelassen.

Das Streikkomitee (’solid,Revolution, die Linke Aktionsgruppe) wertet den Streik als außerordentlich gelungen und hat für Donnerstag weitere Aktionen angekündigt. Oder wie ein Demonstrant sich äußerte: „Das sollte man jede Woche machen!“ Denn es gibt kein ruhiges Hinterland!

Somit versammelten sich am gestrigen Donnerstag einige Aktivisten, um sich der bundesweiten Aktion Banküberfall anzuschließen. Durch die im Vorfeld stattfindende Repression, wich man aber vom ursprünglichen Plan ab und konzentrierte sich auf ein kleines Straßentheater vor den Banken. Die Polizei hatte im Namen der Banken allen Demoteilnehmern pauschal für die ganze Aktionswoche Hausverbot erteilt, weshalb ein Betreten der Bank mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch sofort geahndet werden sollte. Außerdem patroullierten viele Streifenpolizisten vor den Banken.
Die Aktivisten ließen sich aber nicht abschrecken und begannen mit ihrem Theater vor der Commerzbank: eine Person hielt eine Rede und informierte so die KundenInnen und PassantInnen, einige Aktivisten legten sich auf den Gehsteig vor die Bank und einige malten mit Kreide Parolen auf die Straße. Parolen wie: „kritische Bildung statt Humankapital“, „Reiche Eltern für alle“ und „Bei den Banken sind sie fix – für die Bildung tun sie nix“. Drumherum waren Schilder aufgestellt, die über die Hintergründe und Forderungen der Aktivisten informierten. Nach der Rede wurde sich noch kurz in den Vorraum der Bank gesetzt, aber hinein kam mensch nicht, weil die Tür inzwischen verschlossen wurde, so zog mensch einfach zur nächsten Bank und wiederholte die Aktion, diesmal mit Polizei-“Schutz“. Insgesamt wurde das Theater an fünf Banken durchgeführt Commerzbank, Dresdner Bank, Deutsche Bank, Postbank und die Berliner Volksbank.
Insgesamt wurde mit den Aktionen eine größere Aufmerksamkeit und Sensibilität bei den Schülern sowie der örtlichen Bevölkerung für die Thematik Streik und soziale Kämpfe geschaffen, um auf die soziale Ungerechtigkeit des kapitalistischen Systems und dessen Notwendige Abschaffung hin zu weisen.