Archiv für November 2011

Tödlicher Rassismus

Gedenken am 21. Todestag von Amadeu Antonio

Der Afrikanische Kulturverein Palanca e.V. und die Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ laden am nächsten Dienstag um 17 Uhr zum Gedenken an Amadeu Antonio und an andere Opfer der rassistischen Gewalt ein.

Erstmals werden bei diesem Gedenken Kurzbeiträge zu hören sein mit persönlich gehaltenen Zeugnissen der Betroffenheit von Rassismus und Zeugnissen des Engagements gegen Rassismus.

Die tödlichen Folgen von Rassismus werden durch die Morde der Terrorgruppe aus Jena erneut sichtbar. Rassismus trifft Menschen wahllos, stellvertretend für ganze Gruppen, die nicht in das Weltbild von Nazis passen. So beschädigen sie die Opfer, deren Angehörige, Freunde und Kollegen sowie die Lebensqualität in unserer Gesellschaft.

Darum sind demokratisch gesonnene Menschen jeglicher Couleur aufgerufen, auch mit ihrer Telnahme am Gedenken ein Zeichen gegen Rassismus, für die Bunte Republik Deutschland zu setzen.

Das Gedenken findet an der Erinnerungstafel für Amadeu Antonio in Eberswalde, Eberswalder Str. 26 am Dienstag, 6. Dezember um 17 Uhr statt.

 

Am 3. Dezember findet außerdem im Eberswalde “EXIL” ein Workshop statt  unter dem Titel “Was habe ich davon Weiß zu sein?” (Mit Anmeldung)

Quelle: Barnimer Kampagne Light me Amadeu

Presseerklärung: Kein Werben für Sterben- nicht in Eberswalde, nicht im Barnim, niergends (24.11.2011)

Deutschland führt Krieg in Afganistan und ist auch sonst sehr rege in der Welt unterwegs, wo sie nichts zu suchen hat. Damit dabei nicht das Personal ausgeht, wirbt die Bundeswehr aktiv an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie in den Arbeitsagenturen. Auch im Barnim ist die Bundeswehr auf Rekrutenjagt. Am 24.November wird sie zum Beispiel vorstellig in der Bundesagentur in Eberswalde.

Die Bundeswehr wirbt dabei mit attraktiven Gehalt, kostenloser ja sogar bezahlter Ausbildung und Studium. Sie nutzt damit gezielt die Perspektivlosigkeit angesichts immernoch hoher Arbeitslosigkeit und Ausbildungsplatzunsicherhiet sowie zunehmend teuer werdenden Studiums mit unsichere Jobperspektive aus.

Die Bundeswehr ist kein normaler Arbeitgeber als die sich gern gibt. Was die Bundeswehr betreibt ist werben fürs sterben. Über hundert Soldat_innen der Bundeswehr sind bereits im Auslandseinsatz umgekommen. Die Zahl der schwer kriegstraumatisierten rückkehrenden Soldaten_innen nimmt stetig zu.

Kein werben für sterben. Die Bundeswehr hat sofort ihre Rekruterungskampagne einzustellen, insbesondere hat sie nichts an Schulen und anderen Bildungseinrichtung zu suchen. Das perfide Werben direkt in den Bundesagenturen ist einzustellen. Wir fordern alle Schulen und andere Bildungseinrichtungen im Barnim dazu auf über eine sogenannte Zivilklausel nachzudenken, die es der Bundeswehr verbietet bei ihnen an der Schule aktiv zu werden.

Die Linksjugend[’solid] Barnim beteiligt sich an der Kampagne www.bundeswehr-raus.de und wird der Bundeswehr bei ihren Aktivitäten im Barnim genau auf die Finger schauen und es sich ggf. nicht nehmen lassen Aktivitäten der Bundeswehr im Barnim aktiv zu begleiten.

Kontakt:

barnim@linksjugend-solid-brandenburg.de

Bildungsdesaster in Brandenburg

Überfüllte Hörsäle, Unterrichtsausfall, Studienplatzmangel im Bachelor und im Masterbereich – verursacht durch doppelte Abiturjahrgänge, die Aussetzung der Wehrpflicht und die chronische Unterfinanzierung unseres Bildungswesens. Das ist der alltägliche Wahnsinn im Bildungssektor.
Brandenburg ist das Bundesland, welches am wenigsten Geld in die Bildung investiert und somit schon seit Jahren das traurige Schlusslicht im bundesweiten Vergleich ist, weil die Hochschulen schon heute chronisch unterfinanziert sind. Durch die nun von der rot-roten Regierung verhängte Haushaltssperre verschlimmert sich die Lage aber zu sehens, da nun 27,4 Mio. Euro gekürzt werden. Diese Einsparungen gehen direkt an die Substanz der Hochschulen, da sie 11% des Gesamtetats betragen. Dies hat zur Folge, dass die Hochschulen bis 2020 17% ihres Personals abbauen müssen, was auf Kosten der Studierenden und der Lehrqualität geht.
Außerdem wurde eine Hochschulstrukturkommission vom brandenburgischen Wissenschaftsministerium gegründet, die die Arbeit der Hochschulen analysiert und daraus Vorschläge für Einsparungen erarbeiten soll. Ziel ist es ganze Hochschulen zu schließen oder zusammen zu legen, kontinuierlich Studiengänge wie BWL, „Bindestrich-Informatik“, Jura und Bauwesen abzubauen und dafür teilweise neue Studiengänge wie Sonderschulpädagogik, Gesundheitswesen (vor allem Pflegeberufe) und Landwirtschaft aufzubauen. Der Aufbau neuer Studiengänge kostet aber etwa weitere 10 Mio. Euro, welche beim alltäglichen Bedarf fehlen werden. Somit belaufen sich die Einsparungen real etwa auf 37 Mio. Euro. Die Folgen für die Zukunft sind unvermeidlich, denn durch die Einsparungen wird die brandenburgische Hochschullandschaft kleiner und einfältiger, statt wettbewerbsfähiger, vielfältiger und fortschrittlicher. Dies hat aber auch Auswirkungen auf das Bundesland selber, denn die Hochschulen sind auch ein wichtiger ökonomischer Standortfaktor für die regionale Wirtschaft und spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des ländlichen Raumes.
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