Say it loud and say it clear! Refugees are welcome here!

Am 19.0.2013 riefen verschiedenste Aktivist_innen zu einer Solidaritätsdemo vor der Zentralen Aufnahmebehörde in Eisenhüttenstadt auf. Nachdem sich Ende Mai bereits ein Flüchtling umbrachte befinden sich momentan wieder mehrere Flüchtlinge im Hunger und Durststreik. Grund sind die katastrophalen Bedingungen in der sich die Asylsuchenden befinden.

Der Abschiebeknast befindet sich eine gute halbe Stunde vom Bahnhof Eisenhüt-tenstadt entfernt. Dazu kommt das sich in der näheren Umgebung weder Einkaufs-möglichkeiten noch irgendwelche anderen Einrichtungen befinden die das Leben angenehmer gestalten. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit in der Poststraße ankamen wurden wir von Aktivist_innen wie auch von den Flüchtlingen herzlichst empfangen.

Viele Menschen müssen aus dem Land, in dem sie aufgewachsen sind, fliehen weil dort Krieg herrscht, sie verfolgt werden oder sie dort in Armut und Hunger leben müssen. Sofern sie es, auf gefährlichste Art und Weise, nach Europa geschafft haben müssen sie weitere unmenschliche Praktiken über sich ergehen lassen. Ein Leben in Ungewissheit, Asylverfahren in Ländern in denen es sich die asylsuchenden Personen nicht wünschen, aufgrund der Drittstaatenregelung, und das einsperren in menschenverachtende Heime, um nur einige zu nennen. Genau das wurde durch empirische Aussagen einiger Flüchtlinge, die vor Begin der Demonstration eine Rede zur Situationen ihrer inhaftierten Freund_innen hielten, bestätigt. So gut wie kein Kontakt zu ihren Familien, eine Einkaufszeit von maximal 60 Minuten in der Hin und Rückweg mit einberechnet werden und Residenzpflicht. Niemand von den betroffenen Menschen ist aus reiner Lust an der Freude hier. Sie mussten ihre Länder verlassen weil in ihrer Heimat, unter anderem verursacht durch die Bundesrepublik Deutschland und ihrer menschenverachtenden Wirtschaft und Außenpolitik, Krieg herrscht. Nachdem der Protestzug losgegangen war wurde uns eindeutig die Meinung der Bewohner_innen gezeigt. Mittelfinger von vorbeifahrenden Anwohner_innen, Pöbeleien vom Balkon oder einfach nur Unverständnis über die Solidarität zu den Betroffenen.

Am Krankenhaus, welches neben dem Rathaus und der örtlichen Polizeistation die erste Station war, positionierten sich einige Faschist_innen um von der Seite ihre rassistische Hetzte zu verbreiten, wenn sie nicht grade den Führer grüßend auf ihren Balkonen standen.

Die ca. 150-200 Teilnehmer_innen der Demonstration ließen sich davon nicht abhalten und teilten umso lauter ihre Message der Bevölkerung mit:
• Kein Mensch ist Illegal, Asyl ist Menschrecht
• Bleiberecht jetzt hier und sofort
• Offene Grenzen und Bewegungsfreiheit egal aus welchem Grund
• Abschaffen der Residenzpflicht und der Verpflegung durch Gutscheinsysteme
Die von Grund auf rassistische und menschenverachtende Asylpolitik der Bun-desrepublik und andere europäischer Staaten muss ein Ende habe.